An der Elbe entsteht Schiff für den Rhein

Zeitungsartikel der Volksstimme.de vom 03.07.2021

Tangermünder Werftarbeiter feiern erneut eine wichtige Kiellegung

In der Tangermünder Schifftswerft fand in dieser Woche wieder eine Kiellegung statt. Damit wurde der Baubeginn für ein Arbeitsschiff gelegt, das künftig auf dem Rhein unterwegs sein wird. Im März 2022 soll es fertig sein.

Wird ein Haus gebaut, was von öffentlicher Bedeutung ist, gibt es oft eine Grundsteinlegung. Im Schiffbau heißt dieser Akt Kiellegung. Damit verbunden sind die ersten wichtigen Schritte, um den künftigen Neubau innerhalb der deutschen Schiffsflotte zu registrieren.

Neubau Nummer 205
Deshalb wird im Rahmen einer solch feierlichen Aktion immer auch die Baunummer in eines der bereits vorhandenen Trägerteile geschlagen. Für die Schiffbau- und Ent-wicklungsgesellschaft Tangermünde (SET) wurde in dieser Woche der Neubau mit der 205 kielgelegt.
Mit dabei waren nicht nur Mitarbeiter der SET, die in den nächsten Wochen und Monaten aus dem noch nicht erkennbaren Gebilde ein funktionsfähiges Arbeitsschiff bauen werden. Auch Vertreter des Auftraggebers, der staatlichen Rhein-Neckar Hafengesellschaft Mannheim mbH, waren nach Tangermünde gekommen. Hafendirektor Uwe Köhn hatte die Aufgabe, dem in Auftrag gegebenen Neubau die erforderlichen Nummern einzuschlagen. Das fast 24 Meter lange Schiff soll im März 2022 fertiggestellt sein.
Bei diesem Neubau handelt es sich um ein sogenanntes Mehrschrauben-Arbeitsschiff, das theoretisch überall auf deutschen Wasserstraßen unterwegs sein darf, aber im Mannheimer Raum auf dem Rhein seine Arbeit aufnehmen wird. „Das Arbeitsschiff dient zur Streckenfahrt, Beaufsichtigung, für kleinere technische Berge- und Unterstützungsmanöver, zum Teil als Schubschiff und auch als Bereisungsfahrzeug“, berichtete Fabian Karbe, Projektmanager bei der SET.
Für die Mitarbeiter der Tangermünder Werft gibt es damit wieder ein technisch anspruchsvolles Schiff zu bauen, das abermals mit einem diesel-elektrischen Konzept und einer Doppelwellenanlage inklusive Propellerdüse sowie Ladekran ausgestattet sein wird. Ähnliche Modelle wurden in der Vergangenheit am Standort Tangermünde und Genthin für die Wasserstraßenämter des Bundes gebaut.

Am Standort Tangermünde liegt aktuell noch der Schwimmgreifer für das Wasserstraßenschifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee. Es ist zu 100 Prozent fertiggestellt und aktuell in der Erprobungsphase. Geplant ist, es im September abzuliefern. Außerdem wird das Baggerschiff „Genthin“, das hauptsächlich ein neues Antriebsorgan, einen Ruderpropeller inklusive weiterer kleinerer Reparaturen erhalten hat, in der Werft bearbeitet. „Dieses verlässt die Werft Anfang kommender Woche“, sagte Fabian Karbe.
In den beiden Schiffshallen sind ebenfalls alle Bauplätze belegt. In einer liegt aktuell die Personen- und Fahrzeugfähre „Ferchland–Grieben“ für Instandsetzungsarbeiten und die Fährattestverlängerung. Geplant ist, sie im September fertiggestellt zu haben. In der oberen Schiffbauhalle befindet sich das Baggerschiff „Status Quo II“ zur Erneuerung des Ladebodens.

Schiffswerft bildet aus
Auch in Genthin gibt es reichlich Arbeit. Ein Aluminiumschubboot sowie zwei Hydraulikklappschuten für die Bezirksregierung Düsseldorf und zwei umfangreiche Bodenerneuerungen von Prähmen, ein Wohnschiffkasko aus Stahl, diverse Instandsetzungsarbeiten von Schiffen der Wasserstraßenämter sowie Wasserbaufirmen halten hier den Betrieb am Laufen. Da die Auftragslage damit eine sehr gute ist, verstärken Leiharbeiter das insgesamt 90 Mann starke Team an den Standorten Tangermünde und Genthin auch an beiden Werftorten.
Um auch für die Zukunft fachlich gut gerüstet zu sein, bildet die SET Jahr für Jahr Konstruktionsmechaniker sowie Mechatroniker aus. Wer Interesse hat, hier seine Lehre zu beginnen oder auch einfach nur mal einen Blick in diese Arbeitswelt werfen möchte, findet alle Kontaktdaten unter www.set-schiffbau.de.

 

Bericht der Volksstimme.de als PDF: 21-07-03 Volksstimme SET Neubau